Momentan habe ich das Gefühl, dass ich nur noch am Schimpfen bin.
"Oskar, nein ..."
"Oskar, pass auf ..."
"Oskar, lass das ..."
"Oskar, hör sofort auf damit ..."
"Henry, was hast Du denn wieder ..."
"Richard, wo ist dies und das ..."
Es hört nicht auf und ich habe ein ganz schlechtes Gewissen meinem Großen gegenüber!
Oskar ist bald 2 Jahre alt. Er liebt große Abenteuer und entdeckt die Welt täglich aufs Neue. Mit all ihren großen und kleinen Gefahren! Und es kostet mich ganz schön viel Energie und Geduld.
Beim fünften Ermahnen, wird der Ton dann ungewollt lauter. Oskar reagiert dann mit einem frechen Grinsen oder mit noch mehr Ärger. Oft kommt er dann zu mir, schenkt mir das süßeste Kinderlächeln und umarmt mich. Da kann ich ihm doch nicht böse sein! Aber alles erlauben ist doch auch nicht der richtige Weg, oder?
Unser Backofen ist auch ein tolles Spielzeug! Man muss die Knöpfe erstmal durch einen Druck rausholen und kann dann die Temperatur einstellen. Aktuell seine Lieblingsbeschäftigung. Aber so gefährlich. Was wenn er den Backofen mal einschaltet und wir es nicht merken? Das wäre eine Katastrophe. Deswegen schauen wir jetzt immer nach, bevor wir die Wohnung verlassen.
Dann wäre dann noch sein Laufrad. Er weißt ganz genau wo es steht und möchte immer damit fahren. Da er aber noch nicht ganz mit den Füßen Halt findet, muss einer von uns immer dabei sein. Nach 20 Minuten möchte ich es wieder in die Abstellkammer stellen und Oskar bricht in Tränen aus. Mir bricht es das Herz, aber Henry ist ja auch noch da.
Ich ziehe wirklich den Hut vor alleinerziehenden Mamas und Papas.
Ich bin dankbar, dass ich einen tollen Ehemann habe, der mich in jeder Hinsicht unterstützt.
Oskar geht auch schon in die Krippe. Er liebt es und das wundert mich nicht. Er besucht eine Sportkrippe mit wunderbaren Erzieher/Innen. Seine beiden Bezugserzieherinnen hat er besonders ins Herz geschlossen. Dort lernt er zusätzlich viele neue Sachen und verbringt viel Zeit an der frischen Luft.
In der Zeit habe ich dann etwas Zeit für Henry. Manchmal glaube ich, dass er etwas zu kurz kommt und ich es keinem meiner Söhne so recht machen kann.
Ich habe gehört, dass diese Trotzphase noch schlimmer werden kann und erst mit dem Auszug der Kinder endet. Wir lassen uns überraschen.
Die Jungs sind neben meinem Ehemann die wichtigsten Menschen in meinem Leben! Auch wenn die Nächte kurz sind, die Wutausbrüche laut und man manchmal den Kaffee in der Mikrowelle findet, ich liebe mein Leben!